Am Donnerstag also lässt Google die Katze aus dem Sack und laut den US Weblogs soll sie Facebook folgendermaßen das Gesicht zerkratzen.

OpenSocial nennt sich das Ganze und ist kein eigenes soziales Netzwerk, sondern vielmehr eine Beschreibung von 3 Schnittstellen, die den Zugriff auf die Daten eines schon bestehenden sozialen Netzwerks ermöglichen. Die 3 APIs werden dabei unterteilt in

  • Profilinformationen (Benutzerdaten)
  • Informationen über Freunde (sozialer Graph)
  • Aktivitäten (alles was bei den Freunden und im eigenen Profil passiert)

Damit sollen die Grundfunktionen, die jedes soziale Netzwerk mit einer offenen Schnittstelle anbietet, standardisiert werden, das wiederum den Entwicklern zugute kommt, die ihre Anwendungen so einfacher an verschiedene Plattformen anpassen können. Bereitgestellt werden die Funktionen von den jeweiligen Netzwerken selbst, die den Funktionsumfang nach wie vor beliebig um eigene Methoden erweitern können.

Den Standard anbieten werden zunächst Orkut, Salesforce, LinkedIn, Ning, Hi5, Plaxo, Friendster, Viadeo und Oracle.

Ihre Anwendungen angepasst haben inzwischen wohl schon Flixster, RockYou, iLike und Slide, die bereits für die Facebook Plattform extrem erfolgreiche Anwendungen entwickelt haben.

Google zielt mit dieser Initiative direkt auf Facebook mit seiner bestehenden proprietären Schnittstelle und MySpace, das bereits eine eigene Plattform angekündigt hat. Diese geraten mit OpenSocial in die Zwickmühle, entweder selbst den Standard zu unterstützen oder weiterhin auf ihre Dominanz zu vertrauen.

Eine Dominanz, die durchaus beeindruckend ist und ein Schwachpunkt der Google Gang. Zusammen bringen es die Gang auf 100 Millionen während allein MySpace schon 120 Millionen und Facebook an die 50 Millionen registrierte Benutzer besitzen.

Trotzdem lohnt es sich für die Entwickler auch die kleineren Netzwerke zu bedienen, betrachtet man diese einfach als den Long Tail des Web2.0.

Für den einzelnen Benutzer könnte wiederum ein Nutzen aus standardisierten Schnittstellen darin bestehen, dass sich endlich durch eine Anwendung, die in allen Netzwerken verfgügbar ist, eine Synchronisation der Daten in den einzelnen Netzwerken durchführen lassen würde, was in den letzten Monaten ja als ein immer drängenderes Problem erkannt wird.

Soweit meine ersten Gedanken zu dem Thema. Als Quellen dienten mir Techcrunch, Mashable, GigaOm, ReadWriteWeb, New York Times etc.