Heutzutage kann es sich keine Band erlauben, nicht auf MySpace vertreten zu sein. Daran hat auch ein Facebook nichts geändert. Mit dem neu gestarteten MySpace Music könnte MySpace auf diesem Gebiet nun weiter seine Vormachtstellung ausbauen.
MySpace Music ist ein Joint Venture zwischen den 4 Majorlabes, dem Indielabel The Orchard und News Corp., der Muttergesellschaft von MySpace. Aufgrund der komplexen Lizenzpolitik ist MySpace Music genauso wie die Schwesterseite Hulu bisher nur für US-Benutzer verfügbar und muss für jeden gestreamten Song eine Gebühr an die Labels abtreten.
Auch wenn man in Europa die neuen Funktionen noch nicht legal nutzen kann, lohnt es sich, die wichtigsten Punkte einmal anzuschauen:
- umfangreicheres Angebot der Musiklabel per Stream verfügbar, also wohl einige Songs mehr als bisher, auch über Werbung und Merchandising finanziert
- Friend Updates enthalten vollständige Songs, nicht nur Schnipsel, die unbegrenzt von jederman abspielbar sind
- Download eines Songs auf einen iPod oder sonstigen Player als MP3 ohne DRM von Amazon gegen eine Gebühr, bei Klingeltönen von Jamster
- Benutzer können eine beliebige Anzahl von Playlisten erstellen, die in MySpace Profile eingebettet oder von anderen Profilen kopiert werden können
- Playlisten von Künstlern und Marken wurden überarbeitet, Möglichkeit zum bezahlten Download der Songs als MP3 oder als Klingelton
MySpace Music birgt meiner Meinung nach vor allem Vorteile für die Labels, Amazon und die User. Die Kombination des riesigen Musikkatalogs mit der für die Benutzer intuitiven Einbettung in die Friend Updates macht es sehr leicht, neue Musik mit Hilfe des sozialen Netzwerks zu entdecken und als MP3 ohne Kopierschutz zu kaufen.
Die Labels schaffen sich damit eine weitere Einnahmequelle und Amazon darf sich als exklusiver MP3-Anbieter schonmal über die verdienten Millionen und die Aufmerksamkeit für seinen Musikshop im Konkurrenzkampf gegen iTunes freuen.
Die Einzigen, die mal wieder etwas in die Röhre schauen, sind die Künstler, bei denen nur ein geringer Anteil aus dem Verkauf einer MP3-Datei über MySpace Music ankommt. Andererseits können sich viele kleine Anteile über die Zeit auch in ein ansehnliches und vielleicht sogar nachhaltiges Einkommen verwandeln ,Stichwort Long Tail oder Kleinvieh macht auch Mist.
[via Mashable, TechCrunch, ReadWriteWeb, GigaOm, Basic Thinking]




