Als Elke Heidenreich letzte Woche mit ihrer Kritik an der Verleihung des deutschen Fernsehpreises und dem deutschen Fernsehen im Allgemeinen für einigen Wirbel sorgte, drohte ihr der Intendant des ZDF mit der Absetzung ihrer eigenen Literatursendung.
Heute reagiert Frau Heidenreich bei FAZ.net mit einer Kampfansage:
Der Ring ist eröffnet. Nächste Runde. Ich bleibe drin, ehe ich nicht wegen schlechter Arbeit herausgeworfen werde. Ich bin nicht Margarete Schreinemakers, die ihre Probleme in ihren Sendungen diskutiert hat. „Lesen!“ bleibt den Büchern vorbehalten, ist für die Leser gemacht. Unabhängig von dieser Sendung lege ich mich aber durchaus gern öffentlich weiter an in Fragen der Qualität und der Kompetenz. Geliebt werden will ich nicht, nicht von jedem. Ich hab in dieser Hinsicht auf der Messe ordentlich getankt. Wir sind nämlich viele.
Ich befürchte nur, dass auch diese Vielen nichts an der Verflachung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ändern können, das anscheinend nur mit Drohungen und überflüssigen Gottschalk-Ranicki Diskussionsrunden auf die Kritik reagieren kann.
Damit macht sich das ZDF jedenfalls keine neuen Freunde, sondern hämmert nur einen weiteren Nagel in den eigenen Sarg. Denn wer sagt denn, dass Elke Heidenreich nur im ZDF über Bücher reden muss.
Man stelle sich vor sie lernt jetzt auf der Buchmesse ein paar kreative, junge Köpfe kennen, die ihr folgenden Vorschlag unterbreiten:
Frau Heidenreich, stellen Sie sich vor, Sie könnten frei Schnauze über jedes beliebige Buch reden und alle Menschen können sich das dann im Internet anschauen wenn sie ihren Lieben mal wieder ein gutes Buch kaufen möchten.
Wir kümmern uns um die Webseite, die Technik und das Geld, das wir zuerst mal mit ein bißchen Werbung und den Provisonen von Amazon verdienen. Da gehen die von Ihnen besprochenen Bücher nämlich weg wie warme Semmeln.
Sie machen einfach das, was Sie am besten können: Leidenschaftlich über Bücher reden. Und natürlich können wir noch viele neue Ideen ausprobieren, da uns kein Programmchef oder Intendant dazwischen redet. Ihr Redaktion aus dem ZDF übernehmen wir gerne.
Natürlich könnten diese kreativen, jungen Köpfe auch was erzählen von Attention Economy, Vodcast, Soziale Medien und natürlich Gary Vaynerchuck. Genau wie der seine Begeisterung in jedem Video rüberbringt, schafft das Elke Heidenreich locker auch mit Büchern.
Vielleicht nicht so abgedreht wie Gary und nicht mit der offensichtlichen Absicht Bücher zu verkaufen, sondern einfach nur um den Menschen etwas über lesenswerte Bücher zu erzählen.
Das ist jetzt zwar nur eine Spinnerei von mir. Aber gut umgesetzt mit den richtigen Leuten, könnte sowas meiner Meinung nach funktionieren. Was denkt ihr?
[via Rivva, FAZ.net, medien-gerecht]